Keine Angst vor Fraktur

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(At the moment this page is German only as in most cases when you will encounter Fraktur you will be processing a German book. It is also available in English Don't be afraid of Fraktur.)

Wer in PGDP deutschsprachige Bücher bearbeitet, wird früher oder später mit Fraktur zu tun haben. Ein signifikanter Teil der deutschsprachigen Literatur vor 1945 ist in Fraktur gedruckt. Wenn wir diese Bücher aus dem Papiergefängnis befreien wollen, wäre es hilfreich, Fraktur lesen zu können. Leider machen viele Mitarbeiter um Fraktur einen großen Bogen. Ein Projektkommentar {Fraktur} wird anscheinend eher als Warnhinweis verstanden. Aber das muss nicht so sein.

Dieser Artikel soll helfen, mit Fraktur besser zurechtzukommen.

die Fraktur-Eingabehilfe

In http://www.kurald-galain.com/fraktur2ascii.html gibt es eine Eingabehilfe für Fraktur. Diese Webseite listet das Alphabet in Fraktur auf. Die einzelnen Buchstaben sind anklickbar, die geklickten Buchstaben landen in einem Textfeld und können von dort per Copy/Paste herauskopiert werden. Das ist besonders dann hilfreich, wenn man mit solchen Großbuchstaben zu tun hat, die man noch nicht sicher kennt. Einfach nachschlagen und nach dem Großbuchstaben suchen, der dem, den man sucht, am ähnlichsten sieht.

schwierige Buchstaben

Am verwirrendsten bei Fraktur sind die Buchstaben f,k,l und s. Alle anderen Kleinbuchstaben sind eigentlich nicht schwer (vielleicht von dem selten gebrauchten y einmal abgesehen. Daher schauen wir uns diese Buchstaben jetzt mal genauer an, und zwar ganz groß. Die wichtigen Stellen sind markiert.

das f

Fraktur-f.png

Bevor wir zu dem etwas verwirrenden langen s kommen, schauen wir uns das Fraktur-f an. Hier gibt es nichts zu befürchten. Das Fraktur-f sieht dem Latein-f ziemlich ähnlich. Man beachte den hier markierten, durchgezogenen Querstrich. Dieser Querstrich ist das entscheidende Merkmal, das das f vom s und vom k unterscheidet. Auch das Latein-f hat diesen Querstrich.

das s

Fraktur-s.png

Das s gibt es in zwei Varianten: lang bzw. rund. Das runde s ist unserem Latein-s so ähnlich, dass man darüber eigentlich kein Wort verlieren muss. Mit der Frage, wann man ein langes und wann ein rundes s schreibt, brauchen wir uns auch nicht zu befassen, weil wir Fraktur ja nur lesen können wollen. Beim Korrekturlesen schreiben wir für beide s-Varianten einheitlich ein "s".

Das lange s ist deshalb verwirrend, weil viele Leute, die mit Fraktur noch etwas ungeübt sind, es beim ersten Anblick für ein f halten. Damit wird dann aus "sein" ein "fein" fehr feltfam, waf nun? Am besten, man setzt sich vor den Bildschirm und fchautschaut sich das lange s einfach mal ganz genau an. Man kann dann die folgenden Unterschiede erkennen.

  • der Querstrich ist nur links. Beim f geht er durch. Das ist der zentrale Unterschied. Im Zweifelsfall hilft es, sich den Scan genauer anzuschauen. Das Proofreading-Interface hat einen Knopf zum Bildvergrößern. Damit sollte der Buchstabe klar zu lesen sein. Wenn er das noch immer nicht ist, sagt dem PM bescheid, dass er nächstes Mal bessere Scans liefern soll oder dass er die Bilder nicht so stark komprimieren soll. Oft hilft es auch, die Bilder vor dem Hochladen nicht auf S/W zu komprimieren, sondern z.B. auf Grayscale mit 4 oder 8 Farben. Damit gibt es weniger Streupixel. Es hilft ggf. auch, die Auflösung beim Scannen zu erhöhen. Wenn die OCR-Verarbeitung von Fraktur bei gleicher Schriftgröße eine höhere Auflösung braucht als beim OCRn von Lateinschrift, warum sollte es unseren menschlichen Augen besser gehen. Im Zweifelsfall hilft leider nur der Kontext, aber an sich sollte man den Anspruch an die Scans haben, dass man das s vom f unterscheiden kann. (meint zumindest der Autor dieses Artikels).
  • das lange s ist schlanker als das f, es ist oft auch ein wenig gebogen.